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Die Wutkuh
Ein kuhles Minimusical für Menschen von 5 100 Jahren. Von Eva Blum und Matthias Witting. Eine Produktion des ATZE Musiktheaters in Zusammenarbeit mit der Berliner StaatsPOPerette.
Die Kuh hat Geburtstag und freut sich riesig über ein großes Plakat, das ihr jemand zur Feier des Tages auf die Wiese gestellt hat. Glaubt sie jedenfalls. Da kommt ein Igel aus der Nachbarschaft und will ihr schönes Bild zerstören. Er erklärt der empörten Kuh, dass mit dem Plakat der Bau der kommenden A21 angekündigt wird. Die Autobahnbaustelle habe bereits sein Fressen zubetoniert, und Autos seien für Wald- und Wiesentiere lebensgefährlich. Sein Kumpel, der asthmatische Hase, sei besonders bedroht.
Als kurz darauf der Hase um Atem ringend bei der Kuh eintrifft und ebenfalls von Teer und Beton berichtet, bringt das die Kuh zum ersten Grübeln. Doch schnell verdrängt sie die Gefahr. Sie glaubt, dass sie als brave und nützliche Milchproduzentin geschützt ist. Doch der Igel lässt nicht locker und möchte die Kuh dazu bringen, ihm und dem Hasen zu helfen.
Als der Euter der Kuh vom Lärm der schweren Baumaschinen zu zittern beginnt, versucht das Rindvieh, sich mit Atemübungen zu entspannen. Als jedoch der Igel berichtet, dass der Hase vom Riesenbagger platt gemacht wurde, beginnt es im Kopf der Kuh zu brodeln. Und das sonst so vernünftige Vorderteil bekommt eine Riesenwut...
Mit dieser Inszenierung gelingt es Regisseur Matthias Witting und seinem Ensemble, Kinder für Umweltthemen zu sensibilisieren und gleichzeitig die Frage der Solidarität aufzuwerfen. Mit zahlreichen Liedern und der doppelten Kuh (kluger Kopf und naives Hinterteil) wird diese Inszenierung zu einem amüsanten und einprägsamen Theaterstück, das man nicht so schnell vergessen wird!

Die Kuh ist los - Hörbeispiele
Ausschnitte aus der CD
Diese Inszenierung ist Teil der einmaligen Kuh-Trilogie (siehe auch: Am Anfang war die Kuh und Alle Kühe fliegen hoch). Die Figur der Kuh mit von zwei Schauspielerinnen gespieltem Vorder- und Hinterteil bringt auf sehr anschauliche Weise das Spannungsverhältnis von Verstand und Gefühl auf die Bühne. Die naiven Fragen und die anarchische Energie des Hinterteils ist Kindern sehr vertraut und kann im realen Alltag Eltern und Erzieher zutiefst beglücken oder in den Wahnsinn treiben. Diese Kuh ist also ein ganz normaler Mensch, der sich so oder so entscheiden kann. Das Spannungsverhältnis zwischen Kopf und Hinterteil, zwischen „erwachsenem“ Bewusstsein und kindlichem In-Frage-Stellen, verlangt in jedem Teil der Trilogie nach einer Lösung. Das Auftauchen von jeweils einem anderen Tier treibt die jeweilige Dramaturgie an: Der Vogel provoziert den Traum vom Fliegen, das Hähnchen Chick die Angst vor dem Fremden, Igel und Hase die Entscheidung zwischen Verdrängen und Sich-Wehren gegen die Zerstörung ihrer Umwelt.
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