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Am Anfang war die Kuh
Ein kuhles Minimusical für Menschen von 5 100 Jahren. Von Eva Blum und Matthias Witting. Eine Produktion des ATZE Musiktheaters in Zusammenarbeit mit der Berliner StaatsPOPerette.
Masthähnchen Chick ist vom Riesenhof geflohen und fordert von der Kuh Asyl auf der Wiese. Die Kuh weiß zwar nicht, was Asyl ist, dafür aber umso genauer, dass sie den ungebetenen Gast schnell wieder loswerden will. Denn Chick ist nicht gerade integrationswillig und ein arroganter Macho dazu. Aber er hat einen schwachen Punkt: Angst im Dunkeln!
Während der Kopf der Kuh diese Angst nutzen will, um Chick in die Schranken zu weisen, wächst im Bauch der Kuh ein zartes Pflänzchen voll Mitgefühl. Denn was Chick von den Verhältnissen in der Tierfabrik erzählt, klingt nicht gerade schön.
Als es Nacht wird, darf der verängstigte Chick bei der Kuh schlafen. Sie erzählt ihm aus Kuhperspektive von der Entstehung der Welt, von Sonne, Mond und Sternen. Als sich ein harmonisches Miteinander andeutet und beim gemeinsamen Frühsport sogar echte Begeisterung entsteht, verstaucht sich die Kuh den Vorderhuf. Und schon bricht die alte Feindseligkeit wieder auf.
Mit einer List gelingt es dem Vorderteil, Chick von der Wiese weg zu locken. Doch das Hinterteil träumt von der Rückkehr eines wahrhaft heldenhaften Chick und von der Befreiung aller im Riesenhof gefangenen Tiere...

Die Kuh ist los - Hörbeispiele
Ausschnitte aus der CD
Diese Inszenierung ist Teil der einmaligen Kuh-Trilogie (siehe auch: Die Wutkuh und Alle Kühe fliegen hoch). Die Figur der Kuh mit von zwei Schauspielerinnen gespieltem Vorder- und Hinterteil bringt auf sehr anschauliche Weise das Spannungsverhältnis von Verstand und Gefühl auf die Bühne. Die naiven Fragen und die anarchische Energie des Hinterteils ist Kindern sehr vertraut und kann im realen Alltag Eltern und Erzieher zutiefst beglücken oder in den Wahnsinn treiben. Diese Kuh ist also ein ganz normaler Mensch, der sich so oder so entscheiden kann. Das Spannungsverhältnis zwischen Kopf und Hinterteil, zwischen „erwachsenem“ Bewusstsein und kindlichem In-Frage-Stellen, verlangt in jedem Teil der Trilogie nach einer Lösung. Das Auftauchen von jeweils einem anderen Tier treibt die jeweilige Dramaturgie an: Der Vogel provoziert den Traum vom Fliegen, das Hähnchen Chick die Angst vor dem Fremden, Igel und Hase die Entscheidung zwischen Verdrängen und Sich-Wehren gegen die Zerstörung ihrer Umwelt.
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